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Holunder
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Auf ein Wort unter Erwachsenen

Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserem Waldkindergarten. Eine offene und ehrliche Kommunikation liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir Ihnen noch ein paar wichtige Informationen vorab geben wollen.

Wie in jedem Kindergarten ist uns der Schutz der Kinder ein besonderes Anliegen. Zusätzlich zu den Gefahrenquellen, die Indoor zu finden sind, gibt es im Wald die Besonderheit der aktiven Gefahren. Damit sind Gefahren gemeint, die eine Eigendynamik haben und somit nur schwer vom Menschen regulierbar sind:

  • Elemente (Feuer, Wasser, Sturm, Erde)
  • Wetter (extreme Wetterlagen, Wetterumschwung, Jahreszeitliche Besonderheiten)
  • andere Waldbesucher
  • Tiere (Haustiere, Wildtiere und ihre Behausungen)
  • Fahrzeuge, Straßen
  • Pflanzen (Giftpflanzen, tote oder kranke Bäume, Heilpflanzen etc.)

Die pädagogischen Fachkräfte im Wald sind dazu ausgebildet worden Gefahren zu erkennen, abzuwenden, zu vermeiden und einzugrenzen. Dazu arbeiten wir z.B. eng mit dem Förster, dem Bauhof und der Verwaltung zusammen und benutzen die App des Deutschen Wetterdienstes.

Bei aller Vorsicht kann es zu unvorhergesehenen Situationen kommen, in denen sich das Gefahrenpotential akut erhöht.

Wie können Sie uns als Eltern hilfreich unterstützen:

  • Machen Sie sich bewusst, dass es im Wald andere Gefahrenquellen gibt
  • Informieren Sie Ihren Kinderarzt über den Besuch des Waldkindergartens, damit er ggfs. die richtigen Rückschlüsse ziehen kann.
  • Setzen Sie sich mit dem Thema Impfungen auseinander
  • Geben Sie uns schriftlich die Erlaubnis, dass wir pädagogischen Fachkräfte eine Zecke an Ihrem Kind entfernen dürfen. Andernfalls rufen wir Sie bei Bedarf an.
  • Ein gesundes, möglichst zuckerfreies, Vesper kann „mitessende“ Waldbewohner länger auf Abstand halten.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es die Waldregeln beachten und den Anweisungen des Teams Folge leisten muss. Im Notfall ist meistens weder Zeit für lange Erklärungen noch für Diskussionen.
  • Ihr Kind sollte sich in Sichtweite der Erwachsenen aufhalten, damit es ggfs. rückrufbar ist.
  • Es ist den Kindern nicht erlaubt alleine durch den Wald zu gehen oder sich aus dem Waldkindergarten zu entfernen.
  • Für Kinder, die nachhaltig der Meinung sind, dass die pädagogischen Fachkräfte ihm nichts zu sagen haben, können wir, wegen der besonderen Situation im Wald, auf Dauer keine Verantwortung übernehmen.

Wie wird unser Kind waldfit?

Wie wird unser Kind waldfit?

Oder wie kann ich die Zeit bis zum Start im Waldkindergarten sinnvoll nutzen?

  • Unterstützen Sie Ihr Kind beim Trocken werden. Ein Kind, das seine Körperausscheidungen tagsüber kontrollieren kann, kommt mit den Anforderungen im Wald erfahrungsgemäß besser klar.
  • Falls Ihr Kind schon trocken ist, üben Sie mit ihm das „Freiluftpinkeln“. (Hier sind auch die Männer gefragt.)
  • Lassen Sie Ihr Kind selbst laufen. Im Waldkindergarten legen wir längere Strecken mit Rucksack, zu Fuß, zurück.
  • Üben Sie das Öffnen von Jacke, Rucksack, Vesperdose und Trinkflasche. Ein Kind, das dies selbst kann, ist unabhängiger.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind an feste Nahrung. Ein rustikales Vesper macht länger satt, als Brei, Joghurt und Quetschi.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind sich selbst an- und auszuziehen. Ihr Kind ist dann unabhängiger von Anderen und kann so schneller spielen gehen, statt zu warten, bis es an der Reihe ist und Hilfe bekommt.
  • Üben Sie das Warten. Nicht immer wird Ihr Kind als erstes dran sein. Möglicherweise stehen 15 andere Kinder vor ihn in der Schlange.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind auf seine persönlichen Sachen zu achten. (Hilfreich für die pädagogischen Fachkräfte ist die Beschriftung von persönlichem Eigentum.)
  • Machen Sie sich bewusst, dass eine Eingewöhnung bzw. eine Umgewöhnung einen Übergang darstellt. Dieser ist vergleichbar mit einem Jobwechsel. Haben Sie also Geduld und begeben Sie sich wohlwollend mit Ihrem Kind zusammen in den Prozess. Wir werden sie beide dabei begleiten.
  • Besuchen Sie am Wochenende mal den Waldkindergarten. So können Sie sich als Familie mit den Gegebenheiten vor Ort schon ein bisschen vertraut machen.

Eingewöhnung im Wald - wie läuft das?

  • Sie bekommen ein Gespräch vorab, in dem alles geklärt wird. Hier lernen Sie auch die pädagogische Fachkraft kennen, welche für die Eingewöhnung verantwortlich ist.
  • Am ersten Tag kommen Sie für zwei Stunden mit Ihrem Kind in den Waldkindergarten. Wir bleiben an diesem Tag am Bauwagen/ an der Kota.
  • Am zweiten Tag bleiben Sie mit Ihrem Kind schon etwas länger.  Je nach Wochentag gehen wir zur Feueremma, einem Platz im Wald. Am Kochtag bleiben wir nochmal am Bauwagen / an der Kota.
  • Am dritten Tag gehen wir auf jeden Fall an einen Platz im Wald.
  • Die Bezugserzieher*in Ihres Kindes ist verantwortlich für den Prozess und wird mit Ihnen den weiteren Verlauf besprechen. Wann die erste Trennung stattfindet, ist abhängig von den Bedürfnissen Ihres Kindes und seinen Vorerfahrungen mit einer Fremdbetreuung.
  • Für die erste Trennung werden Sie erst mal einen Spaziergang im Wald machen.
  • Wenn Sie zurück sind, gehen Sie mit Ihrem Kind nach Hause, denn abgeholt ist abgeholt. Ihr Kind lernt so, dass Sie es immer abholen werden und wenn Sie kommen, ist der Tag im Waldkindergarten zu Ende.
  • Im weiteren Verlauf können Sie auch den Waldkindergarten verlassen, müssen aber telefonisch erreichbar bleiben, um im Notfall Ihr Kind früher abholen zu können.
  • Nun wird die Zeit, die Ihr Kind alleine im Waldkindergarten verbringt immer weiter ausgedehnt. Zu Beginn wird es erst einmal bis 12.30 Uhr bleiben. Je nach Jahreszeit kann dies auch noch eine Weile dauern. Später können einzelne Tage bis 14 Uhr ausgedehnt werden. Je nach gebuchter Betreuungszeit werden es zum Schluss immer mehr Tage sein.
  • Sollte Ihr Kind seinen ersten Geburtstag im Wald während der Eingewöhnung feiern, werden wir nur ein sehr kleines Ritual mit ihm durchführen. Ihr Kind befindet sich in seinem eigenen Prozess und ist erst mal nur formal Teil der Gruppe. Für Ihr Kind ist dies eine große Herausforderung, weshalb wir den Druck nicht unnötig erhöhen möchten.
  • Planen Sie genug Zeit für die Eingewöhnung ein. Stellen Sie sich eine Eingewöhnung oder eine Umgewöhnung vor wie einen Jobwechsel. Dies braucht entsprechend viel Zeit. Lassen Sie sich wohlwollend auf den Prozess ein. Wir werden Sie und Ihr Kind dabei begleiten.

Wie kann ich mein Kind auf dem Weg zum Schulkind unterstützen?

Anforderungen an die Vorschulkinder

  • Lesen schreiben und rechnen können sind Fähigkeiten, die sich sehr schön als Erfolge zeigen lassen – genau das wird Ihr Kind in der Schule von Profis beigebracht bekommen. Wichtiger ist es, die sozialen und emotionalen Kompetenzen Ihres Kindes zu stärken und weiter auszubauen.
  • Ihr Kind kann nun seinen Rucksack selbst tragen und sollte für seine Sachen selbst Verantwortung übernehmen können.
  • Die Fähigkeit Konflikte möglichst friedlich lösen zu können ist im schulischen Kontext beispielsweise auf dem Schulhof ein „must have“. Ebenso sollte ihr Kind in der Lage sein, seine Impulse weitestgehend kontrollieren zu können.
  • Ihr Kind sollte nun Kompromisse eingehen können, denn niemand kann immer der/die Bestimmer/in sein.
  • Leise sein und zuhören können sind ebenso wichtige Fähigkeiten wie selbstbewusst seine Meinung vertreten zu können. Allgemeinen Ansagen sollte Ihr Kind nun folgen können.
  • Ihr Kind kann nun auch damit beginnen, ohne Sie auswärts zu schlafen (z.B. bei Freund*innen, Großeltern, …)
  • Ihr Kind sollte seinen/ihren vollständigen Namen und die eigene Adresse wissen und falls notwendig wiedergeben können.
 

 Wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können

  • Kleinere Aufgaben können dem Kind nun übertragen werden zum Beispiel im Haushalt oder kleinere Einkäufe.
  • Stärken Sie das Durchhaltevermögen Ihres Kindes, sodass es Aufgaben die es übernommen hat auch zu Ende führen kann. Somit sollten auch anspruchsvolle und anstrengende Aufgaben Stück für Stück bewältigt werden können.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind Wege alleine zu gehen und bestenfalls auch den Schulweg. Machen Sie dabei auch auf potenzielle Gefahrenstellen aufmerksam.
  • Lassen Sie Ihr Kind erst einmal selbst versuchen eine Lösung zu finden, für etwas was es haben oder tun möchte – manchmal ist der Weg das Ziel. Den Stolz etwas alleine geschafft zu haben, kann einem niemand mehr nehmen!
  • Üben Sie mit ihrem Kind auch Niederlagen aushalten zu können, zum Beispiel bei Gesellschaftsspielen.
  • Üben Sie weiterhin das Öffnen von Dosen, Trinkflaschen, Rucksäcken, Reisverschlüssen und Knöpfen. Auch das selbständige An- und Ausziehen sollte jetzt klappen (z.B. auch Schnürsenkel an den Schuhen binden).
  • Üben Sie Gesprächsregeln mit Ihrem Kind ein, sodass es lernt auch abzuwarten bis es an der Reihe ist.
  • Der Weg zum Schulkind stellt einen wichtigen Übergang im Leben Ihres Kindes dar. Auf dem Pfad ins Ungewisse wird es viele Höhen und Tiefen durchlaufen - Schenken Sie Ihrem Kind in dieser aufregenden Zeit Sicherheit, Klarheit, Struktur, Halt und Liebe.

Grundausstattung für Waldkinder

Hier finden Sie eine Liste zur Grundausstattung für Waldkinder.


(PDF-Dokument, 165,99 KB, 11.11.2025)

Handout für Waldeltern

Hier finden Sie das aktuelle Handout für Waldeltern.

(PDF-Dokument, 540,33 KB, 11.11.2025)